FROM MESS(Y) TO MESS(BAR): THC-UNITS, GRENZWERTE UND WAS DAS FÜR BEWUSSTEN CANNABISKONSUM BEDEUTET

Cannabis begleitet unsere Gegenwart längst – gesellschaftlich, politisch und kulturell.  Und doch fehlt bis heute etwas Entscheidendes: eine gemeinsame Sprache für Menge und Risiko. Beim Alkohol gibt es Einheiten, Richtwerte, Grenzbegriffe. Bei Cannabis dagegen blieb lange alles diffus. Viel, stark, zu viel – aber gemessen woran? Eine neue britische Studie versucht genau hier Ordnung zu schaffen.  Mit sogenannten THC-Units macht sie sichtbar, ab wann Konsum nicht mehr nur individuell, sondern messbar riskant wird – und liefert damit eine Grundlage für eine differenziertere Diskussion rund um Cannabiskonsum, Risiko und Verantwortung.

THC-UNITS: CANNABIS MESSBAR MACHEN

Die Forschenden orientieren sich an einem bekannten Prinzip aus der Alkoholprävention: Eine THC-Unit entspricht 5 Milligramm THC. Damit lassen sich unterschiedliche Konsumformen – Joint, Vaporizer oder Edibles – erstmals vergleichbar einordnen. Ziel ist es, wegzukommen von unklaren Begriffen wie „viel“ oder „stark“ und stattdessen konkrete Zahlen zur Orientierung zu liefern.

Ab wann steigt das Risiko?

Über einen Zeitraum von zwölf Monaten wurden Jugendliche und Erwachsene regelmäßig zu ihrem Cannabiskonsum befragt. Am Ende stand eine klinische Einschätzung, ob eine Cannabiskonsumstörung vorliegt – also ein problematisches Konsummuster mit Kontrollverlust und negativen Auswirkungen auf den Alltag.

Die Ergebnisse zeigen klare Schwellen:

  • Jugendliche: Bereits ab etwa 6 THC-Units pro Woche (≈ 30 mg THC) steigt das Risiko deutlich.
  • Erwachsene: Der kritische Bereich beginnt bei rund 8 THC-Units pro Woche (≈ 40 mg THC).

Je höher die wöchentliche THC-Aufnahme, desto wahrscheinlicher werden Symptome wie Entzugserscheinungen, Vernachlässigung von Verpflichtungen oder ein Verlust der Kontrolle über den Konsum.

Vollständig risikofrei bleibt – so betont auch das Forschungsteam – nur Abstinenz.

NUMBER GAME – WAS DIESE ZAHLEN LEISTEN UND WAS NICHT 

Die Einführung von THC-Units ist ein wichtiger Schritt hin zu besserer Aufklärung. Sie hilft dabei, Risiken greifbarer zu machen und Konsum bewusster einzuordnen.

Gleichzeitig hat das System klare Grenzen:

  • THC ist nicht der einzige Wirkstoff in Cannabis
  • Andere Cannabinoide, Terpene und die Konsumform beeinflussen Wirkung und Risiko
  • Viele Konsumierende kennen den exakten THC-Gehalt ihrer Produkte nicht

Die genannten Werte sind daher Richtlinien, keine medizinischen Grenzwerte. Ein Konsum unterhalb dieser Schwellen ist nicht automatisch unbedenklich.

WAS DAS AUCH MIT DEM KAUF VON CANNABISSAMEN ZU TUN HAT

Wer Cannabis Samen kauft, trifft bereits eine grundlegende Entscheidung über die spätere Wirkung. Unterschiedliche Sorten unterscheiden sich nicht nur im Aroma oder Wachstum, sondern vor allem im THC-Gehalt – und damit im potenziellen Risiko.

Aufklärung über THC beginnt deshalb nicht erst beim Konsum, sondern schon bei der Auswahl der Samen. THC-arme, CBD-reiche oder ausgewogene Sorten ermöglichen einen deutlich anderen Umgang mit Cannabis als stark THC-dominante Kultivare. Gerade für Menschen, die Cannabis bewusst, selten oder kontrolliert nutzen möchten, spielt dieses Wissen eine zentrale Rolle.

UND WO STEHT CBD IN DIESER DISKUSSION? 

CBD wird nicht in THC-Units gemessen – aus gutem Grund. Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht berauschend und wird nicht mit Abhängigkeit oder Kontrollverlust in Verbindung gebracht.

Das bedeutet:

  • CBD verursacht keinen Rausch
  • CBD fällt nicht unter THC-Grenzwerte
  • CBD wird nicht mit Cannabiskonsumstörungen assoziiert

Für viele Konsumierende ist CBD daher eine bewusste Alternative, wenn Entspannung oder Ausgleich gesucht werden – ohne psychoaktive Effekte.

ZAHLEN HELFEN – VERANTWORTUNG ENTSCHEIDET

THC-Units bringen Struktur in eine lange diffuse Debatte. Sie ersetzen jedoch weder Eigenverantwortung noch ehrliche Information. Ein bewusster Umgang mit Cannabis bedeutet, Stärke zu kennen, Konsum zu reflektieren und Grenzen ernst zu nehmen. Wer Cannabis Samen kauft, sollte genau dort anfangen: Bei Wissen über die Pflanze, ihre Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.

TOGETHER FOR A SAFE FUTURE OF GREEN

*Studie: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/add.70263

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