Wie du den Seasonal Switch überlebst, während um dich herum plötzlich alle anfangen zu schniefen. Es passiert jedes Jahr erstaunlich plötzlich. Gerade saßen wir noch bis spät draußen, haben ernsthaft diskutiert, ob 22 Uhr eine angemessene Zeit fürs Abendessen ist, und wussten ungefähr so wenig über den Wochentag wie über den aktuellen Stand unseres Postfachs. Und dann: September. Die Stadt ist wieder voll. Alle sind „back“. Morgens Jacke, nachmittags T-Shirt, abends wieder Jacke. Die Sonne sagt Sommer, der Wetterbericht sagt etwas anderes und in der U-Bahn sitzt garantiert schon jemand neben dir, der behauptet, es sei „nur ein bisschen Hals“. Welcome to seasonal confusion. Nur weil meteorologisch jemand Herbst ausgerufen hat, müssen wir den Sommer aber nicht sofort zusammen mit den Badesachen wegpacken. Die letzten warmen Abende sind schließlich oft die besten. Der Späti hat noch kalte Drinks, draußen sitzen funktioniert weiterhin und Sonnenuntergänge haben erstaunlicherweise kein offizielles Ablaufdatum. Das einzige Problem: Während dein Kopf noch Summer Mode spielt, hat dein Körper möglicherweise schon mitbekommen, dass die Jahreszeit wechselt.
SUMMER IS A STATE OF MIND
Vielleicht ist das Beste am Sommer gar nicht das Wetter. Es ist die Art, wie wir leben, sobald die Tage länger werden. Wir sehen Menschen spontaner. Wir sitzen irgendwo herum, ohne dass daraus direkt ein „Plan“ werden muss. Wir laufen nach Hause. Wir verbringen mehr Zeit draußen. Wir essen später. Und manchmal machen wir einfach nichts – ohne sofort zu überlegen, ob wir diese Zeit produktiver hätten nutzen können. Warum sollte all das am 22. September (kalendarischer Herbstanfang) enden? Natürlich können wir nicht jeden Dienstag so behandeln, als wären wir gerade auf einer griechischen Insel. Leider haben Arbeitgeber überraschend wenig Verständnis für „Sorry, Summer State of Mind“.
Aber ein bisschen davon lässt sich retten. Den Kaffee draußen trinken, solange es geht. Nach Feierabend noch sitzen bleiben. Freunde unter der Woche sehen. Einen Umweg nach Hause nehmen. Sonne mitnehmen, wenn sie da ist. Das Handy auch mal in der Tasche lassen. Sommer ist schließlich weniger eine Zahl auf dem Thermometer als ein ziemlich guter Reminder, das Leben zwischendurch auch tatsächlich zu leben. Und dann niest jemand.
… AND THEN SOMEONE SNEEZES
Da ist er: der wahre Beginn des Herbstes. Nicht der erste gelbe Baum. Nicht Pumpkin Spice irgendwas. Sondern der Moment, in dem eine Person im Büro sagt: „Keine Sorge, ich bin nicht mehr ansteckend.“ Perfect. Der Wechsel zwischen warmen Tagen, kühlen Abenden, weniger Tageslicht und plötzlich wieder mehr Zeit in geschlossenen Räumen fällt ziemlich genau mit der Zeit zusammen, in der Erkältungsviren wieder bessere Bedingungen zum Zirkulieren haben. Die Kälte selbst zaubert dir dabei nicht automatisch eine Erkältung herbei. Erkältungen werden durch Viren verursacht. Aber wenn wieder mehr Menschen gemeinsam in Büros, Bars, Bahnen und anderen Innenräumen sitzen, bekommen diese Viren schlicht mehr Möglichkeiten, neue Bekanntschaften zu machen. Und offensichtlich sind sie ziemlich sozial.
YOUR IMMUNE SYSTEM HAS ENTERED THE CHAT
Unser Immunsystem ist leider kein Schalter, den wir im September einfach auf „MAXIMUM“ stellen können. Und trotz der beeindruckenden Menge an Shots, Pulvern, Gummies und Dingen mit Ingwer, die uns das Internet verkaufen möchte, gibt es keinen einzelnen Trick, der garantiert verhindert, dass wir uns erkälten.
Die langweiligen Dinge sind immer noch ziemlich relevant: ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, Bewegung, Zeit draußen, vernünftige Hygiene und dem Körper gelegentlich die Chance geben, nicht permanent auf 110 Prozent zu laufen. Nicht besonders sexy. Aber wir können leider nicht alles mit einem grünen Smoothie lösen.
Auch Stress spielt für unser allgemeines Wohlbefinden eine Rolle. Wenn Arbeit, Termine, wenig Schlaf und ein Kalender mit Größenwahn gleichzeitig zurückkommen, fühlt sich der Seasonal Switch schnell weniger nach „cozy autumn“ und mehr nach System Overload an. Und damit kommen wir zu der Frage, wegen der wir vermutlich alle hier sind.
SO… WHAT ABOUT CBD?
Kann CBD eine Erkältung verhindern? Short answer: Nein. Dafür gibt es derzeit keine belastbaren Belege. CBD ist kein Schutzschild gegen Erkältungsviren und sollte auch nicht als Erkältungsmedikament verkauft oder verstanden werden.
Interessant ist CBD trotzdem. Cannabidiol wird wissenschaftlich unter anderem im Zusammenhang mit verschiedenen biologischen Prozessen untersucht, darunter Entzündungsreaktionen, Stress und Schlaf. Gerade zu CBD und Entzündungsprozessen gibt es spannende präklinische Forschung. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass ein CBD-Produkt beim Menschen eine Erkältung verhindert, behandelt oder verkürzt.
Und dieser Unterschied ist wichtig. Laborergebnisse sind keine Wunderwaffe fürs Großraumbüro. Was viele Menschen an CBD mögen, ist vielmehr, dass es sich unkompliziert in ihren Alltag integrieren lässt – beispielsweise als bewusster Moment am Ende eines langen Tages. Wenn die Wochen wieder voller werden und draußen langsam die Jahreszeit wechselt, kann genau dieses Runterfahren Teil des eigenen Wohlbefindens sein. Aber eben ohne die Behauptung, dass ein paar Tropfen CBD dafür sorgen, dass der hustende Typ in der U8 plötzlich kein Problem mehr ist. Sadly.
CBD IS NOT YOUR FLU SHOT.
Wir lieben CBD. Aber wir müssen ihm deshalb keine Superkräfte geben. CBD ersetzt weder Schlaf noch eine ausgewogene Ernährung, medizinische Behandlung oder Impfungen. Und wenn du krank bist, bist du krank. Dann sind Ruhe, Flüssigkeit und gegebenenfalls medizinischer Rat wahrscheinlich sinnvoller als irgendein Wellness-Hack aus deinem Feed. Eigentlich finden wir genau diese nüchterne Sicht auf CBD viel interessanter. Nicht alles muss ein Life-Changing Miracle Product sein. Manche Dinge dürfen einfach Teil davon sein, wie wir uns einen Moment für uns nehmen. Ein CBD Öl am Abend. Ein Vape beim letzten Drink draußen. Ein bewusster Übergang zwischen „heute war viel“ und „jetzt reicht’s“. Kein Zauber. Just your thing.
KEEP SUMMER. MAYBE LOSE THE SNIFFLES.
Vielleicht müssen wir September also gar nicht als das offizielle Ende von allem Guten betrachten sitzen weiter draußen, spazieren, treffen Leute, schlafen ausreichend (yes, that also) und essen gelegentlich etwas, das nicht aus einer Späti-Kühltruhe kommt. Und klar zum guten alten Hände waschen sollten wir an dieser Stelle nix schreiben müssen… und wenn der Körper sagt, dass heute Sofa statt Sonnenuntergang angesagt ist, darfst man ausnahmsweise auch auf ihn hören.
CBD kann dabei Teil deines persönlichen Wohlbefindens sein, aber es ist kein unsichtbarer Erkältungsschutzanzug. Der Sommer erinnert uns jedes Jahr daran, dass das Leben erstaunlich gut funktioniert, wenn wir nicht versuchen, jede Minute maximal effizient zu nutzen. Das müssen wir nicht vergessen, nur weil plötzlich wieder jemand neben uns einen Schal trägt. Also ja: Der September ist da. Aber Sommer? We’ll decide when it’s over.