Tisch mit verschiedenen CBD Produkten von oben.

Der Entourage-Effekt

Der Entourage-Effekt – Die positive Wirkung der Terpene

Dass Cannabidiol hochwirksam ist, brauchen wir euch CBDler*innen da draußen vielleicht nicht mehr zu erzählen. Und dass dieser potente Teil der Hanfpflanze bereits einigen Leuten dort geholfen hat, wo klassische Anwendungen geendet sind, auch nicht. Dennoch wird es Zeit für eine kleine Wissensstunde aus dem großen CBD-Kosmos! Hat sich irgendwer schon mal gefragt, wieso eine kleine Dosis CBD-Öl wesentlich stärker wirkt als hochdosiertes Isolat?

Oder mal was von einem Synergie-Effekt gelesen? Die Antwort auf diese Fragen trägt einen ganz besonderen Namen: Der Entourage-Effekt. Schon mal von gehört? Der Kosmos rund um den Effekt ist so umfangreich, dass es eines ganzen Artikels dafür bedarf.

But don’t worry — wir halten euch wie immer den Rücken frei, wenn es darum geht, kopfzerbrechende Themenkomplexe zu einer geschmeidigen Sache zu machen. Vereinfacht. Komprimiert. Easy. So muss Vermittlung von Wissen funktionieren. Also nicht lang schnacken, here we go:

 

Entourage-Effekt — What’s dis?

Einer der berühmtesten Sätze Aristoteles‘ war mal „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ und ebendieser trifft es ziemlich exakt. Wie lässt sich der philosophische Grundsatz ins Heute übertragen? Wir machen ihn in Zusammenhang mit dem Entourage-Effekt erklärbar: Gewissermaßen bedeutet er, dass alle Bestandteile der Hanfpflanze gemeinsam mehr bewirken als im Einzelnen; das Ganze nennt sich auch Synergie-Effekt.

Die Theorie des Entourage-Effekts meint also, dass die unzähligen Wirkstoffe, welche in der Hanfpflanze natürlich vorkommen, zu einer Synergie verschmelzen und sich gegenseitig unterstützen. Ergo werden dadurch die einzelnen Teile in ihrer Wirksamkeit verstärkt und können den Körper intensiver beeinflussen – daher die Anlehnung an Aristoteles‘ berühmtes Zitat.

Über was für Bestandteile sprechen wir aber? In der Hanfpflanze sind über 600 verschiedene chemische Verbindungen zu finden, beispielsweise etliche Terpene, Flavonoide und so weiter. Aber auch Cannabinoide gehören zu den chemischen Verbindungen, gerade bei ihnen geht man von einer besonders hohen Wirkungskraft aus. Sie sind eine der beiden Gruppen, welche zum Entourage-Effekt führen.

Derzeit spricht man von über 140 verschiedenen vorkommenden Cannabinoiden; zu ihnen zählen unter anderem das euch bekannte Cannabidiol (CBD) oder Tetrahydrocannabinol (THC), welches primär für seinen berühmten „High-Effekt“ steht.

Die andere Gruppe, die den Entourage-Effekt bewirkt, ist die der zuvor erwähnten Terpene. Sie kommen als natürliche, organische Verbindungen vor, sind wichtige Bestandteile tausender Pflanzen und tragen zu deren Geschmack, Geruch sowie Farbe bei. Sie gelten also als wichtige Bausteine für viele Pflanzen und ätherische Öle, man findet sie in Parfums und Duftmitteln, oder aber im Einsatz bei der Aromatherapie.

In Cannabispflanzen gibt es auch eine große Anzahl von Terpenen, denen verschiedenste therapeutische Eigenschaften nachgesagt werden: So sollen sie entzündungshemmend, stimmungsaufhellend, appetitzügelnd, krampflösend oder entspannend wirken können. Andere, bekannte Terpene, wie Limonenen, Linalool oder Mycrenen bedienen die verschiedenen Anwendungsbereiche übrigens auch.

Bei denen der Hanfpflanze ist es allerdings so, dass sie zwar immer wieder in einen medizinischen Zusammenhang gebracht werden, die Forschung jedoch noch recht jung und nicht sehr umfangreich dahingehend ist. So weit, so gut. Jetzt zum Clue: Der Entourage-Effekt entsteht genau dann, wenn die beiden Gruppen der Cannabinoide und Terpene wechsel wirksam sind, also gemeinsamen interagieren — nur so kann eine zielführende Wirkung entstehen, die hinterher auch vom Körper übernommen wird. That’s the story behind the magic.

 

Der Grund für den Entourage-Effekt

Und nun zur Story hinter der Story: Wieso wirkt der Entourage-Effekt überhaupt in unseren Körpern? Weil wir alle ein Endocannabinoid-System (ECS) besitzen. Dieses ist tief in unseren Wurzeln verankert und Bestandteil des menschlichen Nervensystems, „endo“ steht dabei für „innen“. Hier befinden sich zwei wichtige Cannabinoid-Rezeptoren, genannt CB1 und CB2.

Und weil wir selbst diese Wirkstoffe produzieren, reagieren ebenfalls solche von außen, wie die der Hanfpflanze, mit unseren Rezeptoren. Weil sie unseren körpereigenen Cannabinoiden so ähneln. Dabei können sowohl endogene, als auch äußere Substanzen viele Prozesse initiieren und ankurbeln. Beispielsweise wird unser Schmerzempfinden reguliert, ebenso wie Angstgefühle oder das zentrale Nervensystem.

Auch sind entzündungshemmende, krampflösende, antitumorale, antibakterielle sowie antidepressive Effekte zu erwarten. Das ECS nimmt Einfluss auf extrem viele verschiedene Körperregionen und ist daher essenziell für unser Leben — nice, oder?

Jetzt mag man sich vielleicht fragen, wer denn so schlau war und dem Ganzen einen Namen verpasst hat. Ein kleiner Trip in die Vergangenheit bringt Licht ins Dunkle: Vor ca. 60 Jahren in den Sechzigern konnten die beiden israelischen Forscher Raphael Mechoulam und Yehiel Gaoni feststellen, dass THC zum wichtigsten psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis zählt.

Auf Basis dieser Erkenntnis ebneten sie sich und anderen Forschenden den Weg für ein paar weitere, wichtige Aufschlüsse; wie das THC nur einen Teil der Wirkung ausmacht. Oder dass THC und CBD gemeinsam anders wirken als jede Substanz allein für sich.

Auf diese Entdeckung sind Mechoulam und Team 1999 gestoßen, kurz vor der Jahrtausendwende — was für ein Ereignis: Hier liegt die Geburtsstunde des Entourage-Effekt, benannt von unserem beharrlichen Pionier Raphael Mechoulam. Was gar nicht so lange her ist, brachte als eine der wichtigsten Entdeckungen überhaupt den nötigen Support, um den Stein ins Rollen zu bringen – und unser Wissen rund um unsere körperlichen Prozesse zu erweitern.

Eine weitere Studie von Ethan Russo ergänzt im Jahr 2010 und unterstützt Mechoulams Aha-Moment. Auch Russo stellte fest, dass sich Hanfwirkstoffe bei gemeinsamer Einnahme gegenseitig beeinflussen. Weitere Studien anderer Forschungsgruppen konnten hinterher auch die Bedeutsamkeit von Terpenen belegen.

Doch neben Glanz und Gloria existiert auch eine Schattenseite: Die Funktionsweise ist zwar aus Studien hervorgegangen, jedoch ist sie nicht allzu lange erforscht. Weil sich die Beweislage auf so dünnem Eis bewegt, handelt es sich beim Entourage-Effekt bis heute um eine umstrittene Theorie mit zwei Lagern: Während das eine völlig an seine Wirksamkeit glaubt und von bisherigen Studien überzeugt ist, verneint das andere Lager den Effekt ganz klar und schreibt der Cannabis-Industrie eine Verwendung des Begriffs für Marketingzwecke zu.

 

Vollspektrum CBD Öl vs. CBD Isolat

Nachdem wir jetzt genügend Wissen rund ums Thema Entourage-Effekt gesammelt haben, kommt der letzte, nicht ganz unwesentliche Teil: Sowohl bei uns, als auch bei anderen Händler*innen wird bei einer Auswahl diverser Produkte gerade zwischen Breit- bzw. Vollspektrum CBD Öl und CBD Isolat unterschieden. What’s the difference?

Während in einem reinen CBD Isolat — wie der Name bereits verrät — nur das isolierte CBD enthalten ist (meist in Form von gelösten CBD Kristallen), verbergen sich im Vollspektrum CBD Öl alle wertvollen Cannabinoide und Terpene der Hanfpflanze. Ein anderer, wesentlicher Aspekt liegt außerdem darin, dass im Isolat kein THC enthalten ist. Beim Vollspektrum CBD Öl kann der THC-Gehalt bis max. 0,2% liegen.

Nun spricht man gerne davon, dass es sich dabei um das „Bessere“ handelt, da jedes einzelne Cannabinoid und alle Terpene ihre Wirkung entfalten und sich in seiner Gesamtheit verstärken können, eben der so called Entourage-Effekt. Wenn ihr euch fragt, welches Produkt passend ist, könnt ihr euch mal unseren Artikel zu CBD Ölen und Isolaten zu Gemüte führen. Dort erklären wir die Unterschiede nochmal genauer, wie die einzelnen Produkte angewendet werden und welche Effekte sie hervorrufen. Damit ihr besser entscheiden könnt, was für euch das Richtige ist.

Als wir zu Anfang des Artikels meinten, dass es sich beim Entourage-Effekt um a whole lotta Infos handelt, haben wir euch nicht zu viel versprochen, oder? Doch wie immer hoffen wir auch, euch das Thema nahebringen zu können, sodass ihr bei der nächsten Runde mit dem Freundeskreis mit eurem neugewonnenen Wissen glänzen könnt.

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